Ich lese mich seit einigen Wochen durch die Texte zur „Sozialistischen Kalkulationsdebatte“ und zu Erfahrungen der realsozialistischen Länder. Mir war bewusst geworden, dass viele Konzepte zu einer Welt nach dem Kapitalismus wahrscheinlich viele Probleme, die dabei zu beachten sind, einfach nicht im Blick haben. Wenn man die Probleme gar nicht erst sieht, erscheinen die eigenen Lösungen unabweisbar und überzeugend. Schön, wenn sich Leute drüber freuen können… aber so richtig ernst wird’s erst, wenn wir versuchen würden, das umzusetzen. Und alle Konzeptschreiber*innen gehen davon aus, dass sie guten Grund haben, die früheren Konzepte verwerfen zu können – oft unbesehen oder nur auf der Suche nach Fehlern, die sie ja nie machen würden. Was spricht dann dagegen, diese alten Sachen einfach zu verwerfen? „Hat sich nicht bewährt, weg damit!“. Der Roman „Deutsche Demokratische Rechnung“ von Dietmar Dath endet mit solchen Aussagen wie „Liebe Linke und Linksradikale, nennt euch nicht Kommunisten, das war ein Irrweg – nennt euch, was ihr wollt, tretet ein in die Wirklichkeit und lasst die Toten unter der Erde“.

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