Im Zusammenhang mit der Suche nach Praxisbezügen der Kritischen Psychologie bin ich schon vor Jahren in einem Seminar auf die “Erinnerungsarbeit” nach Frigga Haug gestoßen. Wir haben in diesem Seminar die Methode ausprobiert und danach habe ich mich durch ihre Texte dazu gelesen. Erinnerungsarbeit

Das Wichtigste möchte ich jetzt zusammenfassen, damit es aufgenommen werden kann in die neueren Versuche, Soziale Selbstverständigung zu praktizieren.

Die Erinnerungsarbeit nach Frigga Haug betrifft nicht die geschichtliche Erinnerung, sondern ist eine Methode, die eigene Person und das eigene Handeln im gesellschaftlichen Kontext besser zu verstehen, um Behinderungen und Beschränkungen überwinden zu können. (mehr …)

Anstatt anderen die Schuld zuzuschreiben, wenn mirs schlecht geht, anstatt mich bloß defensiv zu rechtfertigen, wenn ich mich falsch verstanden fühle, anstatt mich auf scheinbar widerspruchsfreien Lösungen hier und sofort zu versteifen, kann mir die Soziale Selbstverständigung mit anderen weiter helfen.

Zwar haben auch die anderen Menschen ihre jeweils sehr individuellen Gründe, sich so oder so zu verhalten – aber wir leben in derselben Welt mit den gleichen gesellschaftlichen Verhältnissen und haben ähnliche Lebensprobleme zu bewältigen. Aus diesem Grund können Gespräche zu allgemeinen Erkenntnissen führen, die wiederum mir in meiner ganz individuellen Lebensführung helfen können. (mehr …)

Im zweiten Input dieses Tages wurden wichtige Begriffe und Denkkonzepte aus der Kritischen Psychologie vorgestellt, die bei den späteren praktischen Übungen zur Sozialen Selbstverständigung über das Thema „Lebensführung und Emanzipation“ benötigt wurden. marionette

Ein wichtiger Begriff ist z.B. die Handlungsfähigkeit. Dies bezeichnet im Kritisch Psychologischen Kontext nicht einfach nur die Wortzusammensetzung der Fähigkeit, zu handeln, sondern ist als Begriff bestimmt: Es geht dabei um die „Möglichkeit des Menschen, über die Teilhabe am gesellschaftlichen Prozess seine eigene Existenz zu reproduzieren“ (Klaus Holzkamp). Allen Menschen in allen Gesellschaftsformen und unter allen Lebensumständen kommt diese Handlungsfähigkeit zu, denn das Leben und die Reproduktion jedes menschlichen Individuums beruht auf seiner Teilhabe am gesellschaftlichen Prozess, in welcher beschränkten Form auch immer. Dass Menschen ihre eigenen Lebensbedingungen herstellen – in welchen historischen Formen auch immer – unterscheidet sie von Tieren.
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„… und was macht mein Gehirn solange?“ – so geht die Frage weiter. Nein, das Buch mit diesem Titel ist nicht von Precht, sondern von Nicholas Carr.

Er berichtet darin über die Veränderungen, die durch die häufige Verwendung des Internets in unserem Gehirn ablaufen und damit unser Innerstes umformen, ohne dass wir damit rechnen.
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Ein Text aus dem Projekt „Online sein oder Nichtsein…“


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Wessen Ausspähaktionen und Datensammlungen sind schlimmer – die der Geheimdienste oder der Datenkrakenunternehmen wie Google und Facebook?

Ganze Fernsehabende bringen erstaunliche Erkenntnisse unters Volk und verdecken damit umso erfolgreicher nicht talkshowtaugliche tiefverwurzelte Verkettungen und Zusammenhänge. Das allgemeine, bisher unterschwellige Unwohlsein findet einen Kristallisationspunkt, an dem die Empörung hochkocht. Noch ist die allgemeine Technikeuphorie, die Begeisterung über das neue iPhone und allerlei Apps davon anscheinend noch nicht berührt. Und überhaupt: Was geht’s mich an, solange ich keine Terroristin und kein Betrüger bin? (mehr …)

In den folgenden beiden Blog-Beiträgen gehe ich direkt auf Fragestellungen aus den Kommentaren zum letzten Beitrag „Das Einüben der Ent-Unterwerfung“ ein.

Die Kommentatorin „ich“ meinte z.B.:

„Diese Problematik stellt sich meiner Meinung nach immer, wenn eine Gruppe eine Aktion für viele Teilnehmer_innen als “Konsumangebot” organisiert, also prinzipiell immer bei Demonstrationen.
Für mich offen bleibt die Frage, wie man das verhindern kann, wie man einen wirklich gleichberechtigten Vorbereitungsprozess mit mehreren hundert bis tausend Teilnehmer_innen gestalten kann.“

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Christina Kaindl ging in ihrem (ersten) Beitrag auf der Ferienuni Kritische Psychologie zuerst auf Diskussionsbeiträge zu ihrem Vorredner ein. Dadurch wurde mir dann nicht ganz klar, wo der Inhalt ihres eigenen Vortrags begann. Sie betonte – wieder mit Gramsci – die Bedeutung der jeweiligen kulturellen Voraussetzungen für bestimmte historische Ausprägungsformen des Kapitalismus.


Während der Auftaktveranstaltung

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In der Abschlussrunde zu der von mir angebotenen Veranstaltung „Ums Menschsein geht’s…“ wurde als Vorwurf die Vermutung geäußert, die Kritische Psychologie sei „speziesistisch“ und von daher zu kritisieren.

„Speziesismus“ wird eine Haltung genannt, die erstens mindestens wesentliche Unterschiede zwischen Menschen und Tieren macht, zweitens aus diesen Unterschieden auf eine höhere Wertigkeit für die Menschen (und dementsprechend eine niedrigere für die Tiere) schließt ableitet und drittens aus dieser höheren Wertigkeit der Menschen eine Legitimation für Ausbeutung und Tötung tierischen Lebens ableitet. (mehr …)

Nun ist auch diese Alternativ-Uni in Jena schon wieder Geschichte. Ich habe in der letzten Woche nach der Arbeit jeden Nachmittag/Abend zwei Veranstaltungen besucht. Ich werde versuchen, hier nach und nach darüber zu berichten.


Der Jenaer Uni-Campus – mal etwas anders

Die diesjährige AlterUni war für mehrere Veranstaltungen zu Gast im Kunsthof Jena Die erste Veranstaltung hier wurde von Kathrin zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“ angeboten. (mehr …)

Links zu Berichten einzelner Veranstaltungen siehe unten in diesem Beitrag.


In der nächsten Woche, also vom 16. bis 20. Juli 2012 findet in Jena wieder eine sog. „Alternativ Uni“ statt. Solch eine selbst gestaltete Studienwoche hat es schon mehrmals gegeben und die „Zukunftswerkstatt Jena“ und ich waren auch meist zumindest inhaltlich mit beteiligt.


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