Der folgende Film verdeutlicht nachdrücklich, dass die bisherigen Quellen des Wirtschaftswachstums zu Ende gehen und wir grundlegend neue Wege des Überlebens und der Entwicklung finden müssen:

Kurz nach 1990 konnte es so noch aussehen, als sei das „Ende der Geschichte“ erreicht und der real existierende Kapitalismus sei die endgültige und wohl auch beste Art der Gesellschaftlichkeit. Seitdem jedoch gibt es in den kapitalistischen Kernländern so gut wie keinen sozialen Fortschritt mehr sondern immer nur noch Sozialabbau und Verschlechterung der Lage der unteren und sogar weiter Teile der mittleren Schichten.

wurde in den letzten beiden Jahrzehnten ja nicht nur im Dot.com- und im Immobilienboom generiert, sondern äußerst zerstörerisch griffen die Kapitalverwertungsprinzipien in weitere Ökosysteme ein und Gemeinschaften. Außerdem wurden die genetischen und biologischen Grundlagen des Lebens als weitere Profitquellen immer weiter erschlossen. Dies führte kurz vor der Jahrtausendwende zum Entstehen und Wachsen der sog. Antiglobalisierungsbewegung, deren Motto „Eine andere Welt ist möglich“ seitdem immer stärker auch mit konkreten inhaltlichen Alternativen untersetzt wurde.

Auf dem Kongress „Jenseits des Wachstums“ waren diese Trends schon durch die Auftaktredner_innen vertreten.
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Jan Suter aus Basel, der die illusionären Vorstellungen des Green New Deal berechtigt kritisiert, sieht als realistische Alternativen lediglich eine Öko-Diktatur oder eine freiwillige Selbstbeschränkung, also Verzicht auf Fleisch, Flüge und Jobs, die zu weit weg sind.

Auf dem Kongress „Jenseits des Wachsums“ waren sich eigentlich alle einig, dass eine Wende hin zu einer ökologisch verträglichen Lebens- und Wirtschaftsweise nicht auf Kosten von berechtigten Lebensbedürfnissen von Menschen erfolgen darf.

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Als wir beim Umwelttag in Jena einen CO2-Fußabdruck-Rechner verwendeten, um mit den Menschen ins Gespräch über die Gefährdung des Klimas durch menschliche Einflüsse zu kommen, wurde uns ein Problem deutlich bewusst: Einerseits vermittelt dieser CO2-Rechner die Einsicht, dass man durch das eigene Verhalten durchaus beeinflussen kann, wieviel Treibhausgase durch meine Lebensweise ausgestoßen werden.

Andererseits wird in den Berechnungen explizit ein Faktor ausgewiesen, der durch die gesellschaftliche Infrastruktur in meinem Land grundsätzlich vorhanden ist, den ich nicht individuell beeinflussen kann. Zusätzlich muss noch berücksichtigt werden, dass auch jene Anteile, die ich eigentlich individuell beeinflussen kann, stark an Rahmenbedingungen gebunden sind, die ich allein nicht verändern kann. (mehr …)

„Die Geldwirtschaft und das globale Finanzsystem sind Parasiten: Sie befallen die Natur und Menschen und mästen sich an ihnen.“ (Vandana Shiva)

Serge Latouche, einer der maßgeblichen Autoren der De-Growth-Bewegung, grenzte sich wohl explizit von einer Verbindung von Wachstums- und der Kapitalismuskritik ab. Ein Abschaffen des Kapitalismus würde seiner Meinung nach die Gesellschaft ins Chaos stürzen und Terrorismus mit sich bringen – deshalb setzt er auf die Reformierung des Kapitalismus zu einem umweltverträglichen. (Quelle, S. 14)

Im Standpunktepapier 17/2011 der Rosa-Luxemburg-Stiftung vertritt Tom Strohschneider die Meinung, dass der kapitalismuskritische Gehalt der sich in Wellen wiederholenden Wachstumskritik abnähme. Ich weiß nicht, wie hoch dieser Gehalt früher war – aber auf dem Kongress „Jenseits des Wachstums“ war ich erstaunt über die Allgegenwart der Verbindung von Kapitalismus- und Wachstumskritik.

Einen großen Raum nahm in den Foren die Frage ein, woher die Orientierung auf das Wachstum rührt und wie stark dabei der durch die kapitalistischen Strukturen hervorgerufene Zwang zur Kapitalakkumulation hier wirkt.
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Warum sie sich mit dem Slogan der Schrumpfung, des Postwachstums bzw. der zentralen Stellung der Wachstumskritik nicht so recht anfreunden können, begründen verschiedene Positionspapiere aus der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Links zu den Quellen siehe unten).

Judith Dellheim meint, ein „Gegen-Wachstum-Sein“ greife viel zu kurz, denn es gäbe keine einfachen Lösungen für komplizierte Probleme. Deshalb soll eine linke Programmatik auf unklare „Wachstumsaussagen“ verzichten. Es gehe höchstens darum, die Frage zu klären, „was warum durch wen wächst und mit welchen Auswirkungen auf die Menschen, ihre Beziehungen untereinander und zur Natur […]“.
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Warum ist das Thema „Wachstum“ so zentral geworden? Letztlich galt wirtschaftliches Wachstum geradezu als zentrales Element bei der Bewältigung von Krisen im Kapitalismus. Auch Sogar für das Thema Umwelt- und Klimaschutz gilt für das Bundesumweltministerium der Bereich „Umwelt und Energie“ nicht etwa als Infragestellung des Wachstumsparadigmas, sondern als „Wachstumsmotor“.

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„Aber wir schaffen doch
nur notwendige Arbeitsplätze!“

Es scheint seit langem so, als würden soziale und ökologische Bewegungen nicht gut zueinander passen. Soziale Fortschritte wurden in den entwickelten kapitalistischen Staaten meist dadurch erreicht, dass vom wachsenden „Kuchen“ an Wohlstand, den es zu verteilen gab, auch die unteren Schichten etwas abbekommen konnten. Wenn aus ökologischen Gründen Abstriche an den wirtschaftlichen Möglichkeiten gemacht werden, wirkt sich das für zuerst als Wohlstandsminderung aus, die kaum freiwillig zugelassen wird. Auch die südamerikanischen Länder, die derzeit von sog. „progressiven Regierungen“ geführt werden, erreichen ihre sozialen Erfolge zu einem sehr großen Teil durch Öl- uns Gasexporte, Bergbau und landwirtschaftliche Monokulturen für den Export.

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Ich habe noch einige sehr interessante Abbildungen gefunden. Wenn wir den Verbrauch an Ressourcen und die Belastung der Umwelt mit den ökologischen Selbstregulationskräften vergleichen, wird die Dringlichkeit des Umsteuerns der herrschenden Produktions- und Lebensweise auf der Erde deutlich.

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Gestern beteiligte ich mich für das Klimanetz Jena am Umwelttag, deshalb hatte ich immer noch keine Zeit, den Bericht über den Attac-Kongress „Jenseits des Wachstums“ fortzusetzen. Ich habe mich aber zwischendurch mit dem Thema beschäftigt und noch einige Infos gefunden:

  • Der Tag, an dem das ökologische „Guthaben“ der Menschheit, also die Biokapazität für ein Jahr für das laufende Jahr aufgebraucht ist, wird „Earth Overshoot Day“ genannt. Letztmals reichte das Guthaben im Jahr 1986 noch aus. Der „Overshoot Day“ war 1995 am 21. November, 2005 am 2. Oktober und im Jahr 2010 bereits am 21. August erreicht. (Quelle)

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