Frösche im Hitzebad

Solche Anschläge wie auf den Weihnachtsmarkt in Berlin machen unmittelbar betroffen und führen zu oft recht scharfen Reaktionen. Was würde wohl passieren, wenn in Deutschland innerhalb einer Woche 7 000 Menschen umkämen, in Europa sogar 70 000? Solche eine Katastrophe mit so vielen Toter scheint unvorstellbar. Aber genau das ist passiert. Und zwar im Hitze-Sommer 2003. Nach einer Studie führte die Hitze im August 2003 dazu, dass ca. 70 000 Menschen in Europa starben, die ohne die Hitzewelle nicht gestorben wären (Robine et al. 2007).


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Die folgenden Texte sind eine Antwort auf den Kommentar von Simon in diesem Blog. Diese Antwort untergliedert sich in mehrere Schwerpunkte, für die ich jeweils einen Blogbeitrag einstelle. Da in einem Blog jeweils das zuletzt Eingestellte zuerst erscheint, füge ich die Beiträge hier so aneinander, dass sie von oben nach unten gelesen werden können.

Als Vorrede noch eine Bemerkung: ich nehme hier häufig gegenüber früher von mir selbst vertretenen Standpunkten die Rolle des Advocatus Diaboli ein, auch wenn die Kritiken scheinbar andere treffen. Wenn ich bestimmte Standpunkte in Frage stelle, so sind das meist Überlegungen, die mir zumindest auch schon gekommen sind, die ich aber als zu einseitig oder in der Konsequenz doch als fragwürdig empfinde.

Es gibt folgende Beiträge:

Dieser Text gehört zur „Langen Antwort an Simon“ zu seinem Kommentar hier im Blog.  Insgesamt gehören mehrere Blogbeiträge zu dieser Antwort.


Verhältnis einer kategorialen Theorie des Menschlichen zur (transformierenden) Praxis

… (vorheriger Abschnitt siehe oben)… Damit sind wir innerhalb unseres Dialogs im Zusammenhang mit dem Kommentar von Simon bei der Frage des Verhältnisses von Theorie und Praxis. Dies ist derzeit im Umfeld der Keimform-Debatten wichtig. Bei der Diskussion der Vorstellung von progressiven nachkapitalistischen Verhältnissen kommt das Gespräch häufig ins Stocken, weil Gegenargumente vorgebracht werden, die in den Bedingungen der jetzigen Verhältnisse begründet sind. Deshalb schlug Stefan Mz. vor, zwei Diskurse zu unterscheiden: Der „Diskurs 1“–- der „Commonismus-Diskurs“ – bezieht sich auf die Zukunftsvorstellung und das allgemein-Menschliche, während der „Diskurs 2“ den „Transformationsdiskurs“ darstellt. Beide Diskurse haben einen theoretischen Anspruch (nicht umsonst sind sie „Diskurse“), aber der zweite verbindet sich stärker mit praktischen Handlungen. Es gibt eine Verbindung: Aus der „kategorialen Analyse“ sollen Kriterien gewonnen werden, „die für unser heutiges Handeln relevant sind, also Gegenwart mit Zukunft verbindet“. An anderer Stelle schreibt Stefan nochmal, dass wir „Kritieren der (Selbst-)Entwicklungsrichtung“ brauchen. Die kategoriale Analyse im Diskurs soll keine konkretistische „Auspinselung“ einer Wunschwelt sein, sie soll auch nicht lediglich in einer abstrakten Kritik (etwa der Aussage „Ende jeder Herrschaft“) stecken bleiben. (mehr …)

Dies ist ein Titel eines SF-Roman aus dem Jahr 1987, der die Welt nach dem ökologischen und sozialen Zusammenbruch in den späten 90er Jahren beschreibt. Ich habe ihn jetzt erst gefunden, als ich in utopischen und SF-Schriften nach dem Umgang mit Geld in Beschreibungen möglicher zukünftiger Welten fragte.

Ich finde es verblüffend, wie in diesem Roman, der vor 30 Jahren geschrieben wurde, auf heutige Fragen geantwortet wird. Was kann alles passieren, wenn ökologische und Wirtschaftskrisen so stark zuschlagen, dass das Leben, wie wir es kennen, nicht mehr möglich ist und auch wir, die wir die Flüchtlinge größtenteils lieber abwehren, zu Flüchtenden werden? (mehr …)

Dieser Beitrag gehört zum Themenkomplex:
„Bedürfnisse über den Kapitalismus hinaus – bei Marx und Heller“


Während bei Agnes Heller in diesen Bestimmungen der kommunistischen Bedürfnisse immer noch die Vorstellung des Unentfremdeten enthalten ist, war sich Marx sicher, dass die Menschen ihre schöpferischen Anlagen herausarbeiten „ohne andre Voraussetzung als die vorhergegangne historische Entwicklung, die diese Totalität der Entwicklung, d.h. der Entwicklung aller menschlichen Kräfte als solcher, nicht gemessen an einem vorhergegebenen Maßstab“ erfolgt (GR, MEW 42: 396). Dass „jedes Individuum Repräsentant der bewusstgewordenen und realisierten Gattungsmäßigkeit“ werden kann, „ das in jedem anderen Menschen den Repräsentanten der realisierten Gattungsmäßigkeit erkennt und sich zu ihm als solchem in Beziehung stellt“ (Heller 1974/1980: 143) – wie weiter oben schon zitiert –, kann damit nicht einfach aus einer „Aufhebung der Entfremdung“ erhofft werden. (mehr …)

Dieser Beitrag gehört zum Themenkomplex:
„Bedürfnisse über den Kapitalismus hinaus – bei Marx und Heller“


Agnes Heller vertritt in ihrem Buch „Theorie der Bedürfnisse“ noch eine Unterscheidung von Sozialismus und Kommunismus. Den Sozialismus sieht sie als einen „Übergang, der freilich Jahrhunderte in Anspruch nehmen kann“ (Heller 1974/1980: 116). Erst im Kommunismus als „Gesellschaft der assoziierten Produzenten“ gibt es die Möglichkeit, dass bei steigender Produktivität die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit so stark gesenkt werden kann, „daß dem Arbeiter die Befriedigung „höherstehender“ Bedürfnisse möglich wird“ (ebd.: 27).
Unter den Bedingungen einer hohen Arbeitsproduktivität und der Existenz kommunistischer gesellschaftlicher Verhältnisse können sich auch die Bedürfnisse grundlegend ändern. Diese Veränderung trifft unterschiedliche Bedürfnisse der heutigen Zeit in unterschiedlicher Weise, wie Marx ausführt:
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Gerade wird Donald Trump in sein Amt eingeführt und die Welt rätselt, ob er seine Amtsgeschäfte genauso führen wird, wie seinen Wahlkampf. Beim Weltwirtschaftsforum und am Stammtisch nebenan wird gleichermaßen gerätselt und letztlich entnervt aufgeben: „Warten wirs ab.“

Dabei ist es doch ziemlich normal, dass eine Weltmacht im Abgesang, eine Gesellschaftsform ohne Visionen, eine Wirtschaft ohne Aussicht, die Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen und dabei die Natur nicht zu zerstören letztlich nur noch einen Hampelmann auf die Tribüne stellen kann, der das Elend dann in noch mehr Chaos treibt und dem man dann vielleicht auch wieder die Schuld zuschieben kann. (mehr …)