Dieser Beitrag gehört zum Themenkomplex:
„Bedürfnisse über den Kapitalismus hinaus – bei Marx und Heller“


Während bei Agnes Heller in diesen Bestimmungen der kommunistischen Bedürfnisse immer noch die Vorstellung des Unentfremdeten enthalten ist, war sich Marx sicher, dass die Menschen ihre schöpferischen Anlagen herausarbeiten „ohne andre Voraussetzung als die vorhergegangne historische Entwicklung, die diese Totalität der Entwicklung, d.h. der Entwicklung aller menschlichen Kräfte als solcher, nicht gemessen an einem vorhergegebenen Maßstab“ erfolgt (GR, MEW 42: 396). Dass „jedes Individuum Repräsentant der bewusstgewordenen und realisierten Gattungsmäßigkeit“ werden kann, „ das in jedem anderen Menschen den Repräsentanten der realisierten Gattungsmäßigkeit erkennt und sich zu ihm als solchem in Beziehung stellt“ (Heller 1974/1980: 143) – wie weiter oben schon zitiert –, kann damit nicht einfach aus einer „Aufhebung der Entfremdung“ erhofft werden. (mehr …)

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„Bedürfnisse über den Kapitalismus hinaus – bei Marx und Heller“


Agnes Heller vertritt in ihrem Buch „Theorie der Bedürfnisse“ noch eine Unterscheidung von Sozialismus und Kommunismus. Den Sozialismus sieht sie als einen „Übergang, der freilich Jahrhunderte in Anspruch nehmen kann“ (Heller 1974/1980: 116). Erst im Kommunismus als „Gesellschaft der assoziierten Produzenten“ gibt es die Möglichkeit, dass bei steigender Produktivität die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit so stark gesenkt werden kann, „daß dem Arbeiter die Befriedigung „höherstehender“ Bedürfnisse möglich wird“ (ebd.: 27).
Unter den Bedingungen einer hohen Arbeitsproduktivität und der Existenz kommunistischer gesellschaftlicher Verhältnisse können sich auch die Bedürfnisse grundlegend ändern. Diese Veränderung trifft unterschiedliche Bedürfnisse der heutigen Zeit in unterschiedlicher Weise, wie Marx ausführt:
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Gerade wird Donald Trump in sein Amt eingeführt und die Welt rätselt, ob er seine Amtsgeschäfte genauso führen wird, wie seinen Wahlkampf. Beim Weltwirtschaftsforum und am Stammtisch nebenan wird gleichermaßen gerätselt und letztlich entnervt aufgeben: „Warten wirs ab.“

Dabei ist es doch ziemlich normal, dass eine Weltmacht im Abgesang, eine Gesellschaftsform ohne Visionen, eine Wirtschaft ohne Aussicht, die Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen und dabei die Natur nicht zu zerstören letztlich nur noch einen Hampelmann auf die Tribüne stellen kann, der das Elend dann in noch mehr Chaos treibt und dem man dann vielleicht auch wieder die Schuld zuschieben kann. (mehr …)

no-future
Als die Zeitschrift „Streifzüge“ einen Call of Papers zum Thema „(NO) FUTURE“ startete, konnte ich wieder einmal nicht widerstehen. Der Text, den ich dafür geschrieben habe, steht jetzt auf der Webseite der Zeitschrift online:

Eine andere Zukunft ist not-wendig

P.S. Hier kann man sich die im Text genannte Karikatur auch anschauen.

Haben Sie schon mal von der „Agenda 2030“ gehört? Nein??? Während in Deutschland AfD und alle möglichen Peg- und anderen „idas“ das Niveau des Stammtischs politikfähig machen und Flüchtlinge am rettenden Ufer erschlagen werden, wurde im Herbst 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationen ein Konzept der Weltrevolution beschlossen. Es geht um nichts weniger als die „Umgestaltung von Volkswirtschaften hin zu nachhaltiger Entwicklung, beispielsweise durch verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster und saubere und erschwingliche Energie“
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Der Widerstand gegen die Stationierung neuer Kernwaffen in West und Ost und auch die Anti-Atombewegung konnte einst hunderttausende Menschen mobilisieren. Heute ist ziemliche Ruhe eingekehrt, nur noch einzelne Aktivisten und Gruppen versuchen, die Mauer des Desinteresses zu durchbrechen und auch andere Gefahren, die eher in der Zukunft auf uns und unsere Kinder warten, lassen die meisten Menschen ziemlich kalt.

Es gibt dafür ein passendes Gleichnis: Werfen Sie einen Frosch lebend ins heiße Wasser und er wird versuchen, gleich wieder rauszuspringen. Wenn Sie den Frosch aber ins kalte Wasser setzen und erst nach und nach erwärmen… könnte er drin sitzen bleiben, bis… es zu spät ist.

froesche-kochen

Die häufig schlechte Anpassung von Menschen an Verschiebungen unserer Lebensbedingungen zeigt sich auch am Desinteresse an einem dem entsprechenden Vorausdenken. Erst vor kurzen saß ich wieder nach einem schlecht besuchten Vortrag über die globalen Probleme mit den wenigen Unentwegten und die Diskussion mündete wie üblich schnell in die Frage: Und warum sind die anderen nicht hier? Und: Wie können wir anders auf sie zugehen, damit sie künftig gemeinsam mit uns eine bessere Zukunft gestalten können als die uns bedrohende?

Ich kann darauf keine einfache Antwort geben. Wofür sich Menschen interessieren, wie sie auf Problemstellungen reagieren, hängt aber oft mit Phänomenen zusammen, die wir kennenlernen sollten, um besser damit umgehen zu lernen.

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Hiermit ergänze ich die Studien zu den „Planetaren Grenzen“


Eng mit dem Klimawandel hängt die Versauerung der Ozeane zusammen. Nach Einschätzungen der IPCC-Experten hat der Ozean 30% des emittierten anthropogenen Kohlendioxids aufgenommen „und dadurch eine Versauerung erfahren“ (IPCC 2013: 9). Die Versauerung entsteht durch die Kohlensäure (H2CO3), die durch das eingetragene CO2 im Wasser entsteht. Wieviel Säure entsteht, hängt von vielen Faktoren ab, z.B. der Temperatur, dem Druck, der chemischen Zusammensetzung und wahrscheinlich auch der Photosynthese in den Meeren. Verschiedene chemische Reaktionen mit dem CO2 haben auch unterschiedliche Wirkungen (pH-senkend oder pH-neutral). (mehr …)