War da nicht heute was? Auch ja: Der Klimagipfel in Kattowice. Kümmert das irgendwen? Außer ein paar Journalisten, die nun mal wieder kurz die Titelseiten bekommen?

Wann war es jemals so deutlich geschrieben worden:

„Revolution oder Klimakatastrophe“ (ND, 1./2. Dezember 2018)

 

Einer der neuen Direktoren des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Johan Rockström (wahrscheinlich nur Insidern bekannt als Mitautor der Studien zu den „Planetaren Grenzen„) schreibt dazu:

„Wenn die Regierungen heute ihre Versprechen zur
Stabilisierung unseres Klimas nicht einhalten, so wird man sich über
Generationen hinweg an ihr Versagen erinnern.“

Aber man wird sich nicht nur an das Versagen der Regierungen erinnern. Wer folgt denn derzeit dem allgemeinen Run der Lemminge auf die Weihnachtsgeschenke, wo es nur noch darum geht, ob man das online macht oder wenigstens im Einzelhandel? Grad die Weihnachtszeit wäre eine mögliche Zeit der Besinnung darauf, was uns wirklich wichtig ist. Sind es Berge von umweltverbrauchenden und -vermüllenden Dingen oder eben mehr Zeit für Muße und füreinander?


Hier dazu entsprechende Illustrationen…

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Dieser Beitrag gehört zum Text „Trägt oder trügt die Hoffnung aus einer dialektischen Geschichtsphilosophie?“


Natürlich ist es sinnvoll, den Weg der Entfaltung von Freiheit und Vernunft weiter zu beschreiten. Aber nichts verbürgt das, außer einer dementsprechenden Praxis der Menschen, für die sie sich bewusst entscheiden müssen und können. Vielleicht ist es angesichts der angestoßenen massiven Veränderungen der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen sogar not-wendig, diesen Weg zu beschreiten und alle anderen Wege sind, zumindest langfristig, abgeschnitten. Not-Wendig ist dann aber auch nur, dass sich massive Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse vollziehen. Wie sie erfolgen, ist noch nicht absehbar. Aus den vorliegenden Bedingungen werden Voraussetzungen für das Folgende. Dazu gehören die noch nicht getroffenen Entscheidungen der Menschen und die Ergebnisse von Kämpfen um die Gestaltung der Zukunft. (mehr …)

Dieser Beitrag gehört zum Text „Trägt oder trügt die Hoffnung aus einer dialektischen Geschichtsphilosophie?“


„An allem ist zu zweifeln…“ war das Motto einer Vortragsreihe in Dresden, in der ich über das hier verhandelte Thema vortrug. Marx musste in seinem Leben mehrmals zweifeln an seinen zu optimistischen Prognosen über eine baldige Revolution, aber er verzweifelte nicht, sondern setzte sich auf den Hosenboden und arbeitete weiter. Das ganze turbulente 20. Jahrhundert liegt zwischen ihm und uns. Die „bürgerlichen Ideologen“ verbreiteten schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine Untergangsstimmung. Hauke Ritz kennzeichnet die „Neuzeittheorien“ als „Krisentheorien“ (Ritz 2013: 30), die die „Geschichte nicht als Fortschritt, sondern eher als Verhängnis und Verstrickungszusammenhang“ (ebd.: 45) betrachten. Rudolf Bultmann etwa schreibt: „Der Glaube an den stetigen Fortschritt der Menschheitsgeschichte ist verloren gegangen.“(Bultmann 1961: 50) Es fällt uns nicht mehr so leicht wie Helga Nowack im Jahr 1989, diese Ansichten als Reflexion des „Verlusts der historischen Hegemonie der Klasse“, d.h. der bourgeoisen herrschenden Klasse und als „bornierte, aber mögliche Widerspiegelung von Teilaspekten realer Dialektik […] des Fortschrittsprozesses“ (Nowack 1989: 782) anzusehen. (mehr …)

Als ich aus dem Urlaub zurück kam, gab es zwei Postsendungen mit je einem Buch, in dem gerade Beiträge von mir erschienen sind. Leider kann ich die nicht online stellen. Aber nennen möchte ich sie wenigstens:

„Das Geld als Alien. Postmonetäres in der utopischen Literatur und Science-Fiction“ in: Projektgruppe „Gesellschaft nach dem Geld“: Postmonetär denken. Eröffnung eines Dialogs. Wiesbaden: Springer VS 2018. S. 213-234.
„Hegels implizite Ontologie. Das Durchscheinen der Welt in Hegels Kategorialentwicklung.“ In: Rainer E. Zimmermann (Hrsg.): Ontologische Probleme der Grundlegung nach Schelling und Bloch. Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2018. S. 97-114.

 

Zum zuerst genannten Text gibt es aber wenigstens einige Blogtexte von mir:

In diesen Texten wird ausführlicher auf die einzelnen Texte eingegangen als in der eben genannten zusammenfassenden Veröffentlichung. Ich wollte diese Liste noch weiter bearbeiten, um mehr von dem, was mich beim Lesen so interessierte, zu beschreiben. Aber leider blieb mir dazu nie Zeit…

Hier gibts noch:

Version 1.3 seit 26.11.2018


Bini Adamczak entwickelt in ihrem neuen Buch „Beziehungsweise Revolution. 1917, 1968 und kommende“ eine „relationale Revolutionstheorie“ im letzten Beitrag schon beschrieb, setzt sie gegen die bisherigen  Orientierungen Totalität und Singularität die Orientierung der Relationalität, der Beziehungen.

Ich hatte schon darauf aufmerksam gemacht, dass eine abstrakte Sichtweise auf Beziehungen nicht ausreichend ist:
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Wie wir gerade an der Abschottung Europas sehen, glauben die Wenigsten daran, dass eine Aufnahme und Integration von Flüchtenden zu schaffen wäre. Diese Abschottung ist eins der größten Versagen der Humanität unserer Gesellschaft.

Im „Packpapier-Verlag“ ist  meine neue Broschüre zu diesem Thema erschienen.

– ein Gasttext von Christian Schorsch –

Am ersten Juniwochenende lud man ins idyllisch gelegene thüringische Pfarrkesslar zum Seminar „Anders wirtschaften“ ein. Hier wollte nicht nur das Konzeptwerk Neue Ökonomie die Idee von Degrowth näher bringen, es wurden auch Zielsetzungen und Perspektiven des „Buen Vivir“ thematisiert und die Commons sollten einen Raum zur Vorstellung finden. Letzterer Aufgabe widmete sich die in der Szene bekannte Commons-Aktivistin Silke Helfrich persönlich, was auch für mich eine zusätzliche Motivation darstellte, das Seminar zu besuchen, um sie persönlich kennenzulernen. Schließlich beschäftigte ich mich schon länger mit den Commons und war bereits für deren transformatives Potenzial sensibilisiert.

Mein persönliches Anliegen war dabei, nicht nur eine Reihe von gesammelten Fragen an die langjährig erfahrene Referentin zu richten, sondern auch die Spannung darauf, wie man in der nur sehr knappen Zeit von ca. drei Stunden Menschen, die damit noch keine bewusste Berührung hatten, eine Commonswelt eröffnet und vielleicht sogar schmackhaft macht, denn ich hielt dies für ein fast aussichtsloses Vorhaben.
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