Dieser Text gehört zur „Langen Antwort an Simon“ zu seinem Kommentar hier im Blog. Insgesamt gehören mehrere Blogbeiträge zu dieser Antwort.


Ich denke, im Punkt 1 des Kommentars von Simon („Es gibt keine geschichtsphilosophische Notwendigkeit zum Kommunismus, wohl aber eine Möglichkeit“) sind wir uns tatsächlich einig. Es kann übrigens sein, dass es diese Notwendigkeit gegeben haben wird. Wenn es in Zukunft diesen Kommunismus gibt, werden die Nachkommenden in der Rückschau wahrscheinlich für unsere Zeit oder kurz danach Bedingungen rekapitulieren, aus denen sich eine Entwicklungsnotwendigkeit ergeben haben wird. Letztlich heißt Notwendigkeit, dass die Gesamtheit der Bedingungen für das Notwendige realisiert ist. Für die Zukünftigen hat es die Gesamtheit der Bedingungen dafür gegeben, dass ihre Wirklichkeit entstanden ist. Und da wir antizipierende Wesen sind, können wir uns „virtuell“ schon mal auf den Standpunkt der zukünftigen Eule der Minerva stellen (mehr dazu siehe hier).

Wo wir da stehen werden, können wir von heute aus aber nicht sicher bestimmen. Wir werden sinnvollerweise einen Standpunkt wählen, der der von uns gewünschten Zukunft entspricht (weil wir genug Gründe haben, andere abzulehnen) – dies müssen wir dann transparent machen anstatt so zu tun, als wäre von vornherein dieses „Ziel“ in unsere Geschichte eingeschrieben.

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