Ist es nur einer Rockband gestattet, sich wenigstens zeitweise in melancholischen Unter-gangsvisionen zu ergehen? „Way Down We Go“ spielt die isländische Gruppe Kaleo in einem Vulkan . Das ist der Sound zu dem folgenden Text.


Wie lange kann es noch gut gehen, dass wir Menschen die Biokapazität des Planeten Erde seit den 80er Jahren überschreiten und mehr vernutzen und zerstören, als sich wieder regenierieren kann? Wie lange können die Treibhausgasemissionen noch ansteigen, bevor der Klimawandel nicht mehr nur für Menschen „ganz weit weg von uns“ existenziell gefährlich wird? Von Katastrophenwarnungen will niemand etwas hören, „Alarmismus“ wird abgelehnt. (mehr …)

Ágnes Heller, auf deren Hoffnung auf „radikale Bedürfnisse“ ich hier im Blog schon einmal verwiesen habe, hat in einem recht hohen Alter nun noch ein Essay mit dem Titel „Von der Utopie zur Dystopie“ geschrieben. Als Buch ist es von der Edition Konturen sehr schön gestaltet – aber der Inhalt ist eher traurig. (mehr …)

Der junge Marx sah in der „freien bewussten Tätigkeit“ den „Gattungscharakter des Menschen“ (Marx 1844: 516). Im Unterschied zum Tier macht der Mensch „ seine Lebenstätigkeit selbst zum Gegenstand seines Wollens und seines Bewußtseins.“ (ebd.). Unter bestimmten gesellschaftlichen Verhältnissen, speziell kapitalistischen, führt die „entfremdete Arbeit“ dazu, dass „seine Lebenstätigkeit, sein Wesen nur zum Mittel für seine Existenz“ wird (ebd.). Die Aufgabe der Emanzipation besteht demnach darin, diese Verkehrung wieder aufzuheben, das Gattungswesen wieder herzustellen. „Die Geschichte wird damit zum Prozeß der Selbstentfremdung und Selbstverwirklichung des menschlichen Gattungswesens im Prozeß der Arbeit.“ (Wagenknecht 1997: 160) (mehr …)

Aktuell zum 1. Mai 2017:

Nach 7 Jahren erneuter Kapital-Lektüre in der Gruppe konnte ich es nicht lassen, auch das unvollendete letzte Kapitel von Marx ernst zu nehmen. Außerdem gibt es ja genug Neues seit Marx über den Klassenkampf, worüber zu berichten ist. Das Ergebnis gibts nun auch als Broschüre beim Packpapier-Verlag (für 4 Euro zu bestellen):

Ich weiß, dass sich einige schon über das Ernstnehmen dieses Themas ärgern werden. Aber lesen sollte sie es doch erst einmal 😉

 

 


Die folgenden Beiträge werden zur Zeit wohl eher als „Alarmismus“ verschrieen werden. Warum soll man sich nach einigen warmen Sommern schon Sorgen um den Klimawandel machen? Es gibt doch wohl Hoffnung auf ein rechtzeitiges Sinken der Treibhausgasemissionen wie einst bei FCKW, oder nicht?

Es könnte aber auch sein, dass mein Enkel mich nach dem Lesen dieses uralten Textes anstarrt und fragt: „Ja, Ihr wusstet doch alles, warum – verdammt noch mal – habt Ihr nicht alles unternommen, um uns eine lebbare Umwelt zu hinterlassen?“

In einer Studie zu den Schadensrisiken durch den Klimawandel (die sog. „Vulnerabilität“) wird vorgeschlagen, die Risiken nur sehr vorsichtig zu kommunizieren:

Die Risiken des Klimawandels können zu Verdrängungsreaktionen oder sogar zu fatalistischen Reaktionen („Ich kann ja doch nichts tun.“) führen. Um diese Reaktionen von vornherein zu verhindern, sollte ein „Katastrophismus“ – d.h. die Betonung von potenziellen Klimafolgen katastrophalen Ausmaßes – vermieden und die Kommunikation von Risiken immer mit der Kommunikation von Anpassungsmöglichkeiten verbunden werden. Zur Kommunikation von Anpassungsmöglichkeiten sind Vorbilder, die Anpassungsmaßnahmen „vorleben“, besonders geeignet. (Zebisch u.a. 2005: 11)

(mehr …)

Frösche im Hitzebad

Solche Anschläge wie auf den Weihnachtsmarkt in Berlin machen unmittelbar betroffen und führen zu oft recht scharfen Reaktionen. Was würde wohl passieren, wenn in Deutschland innerhalb einer Woche 7 000 Menschen umkämen, in Europa sogar 70 000? Solche eine Katastrophe mit so vielen Toter scheint unvorstellbar. Aber genau das ist passiert. Und zwar im Hitze-Sommer 2003. Nach einer Studie führte die Hitze im August 2003 dazu, dass ca. 70 000 Menschen in Europa starben, die ohne die Hitzewelle nicht gestorben wären (Robine et al. 2007).


(mehr …)

Die folgenden Texte sind eine Antwort auf den Kommentar von Simon in diesem Blog. Diese Antwort untergliedert sich in mehrere Schwerpunkte, für die ich jeweils einen Blogbeitrag einstelle. Da in einem Blog jeweils das zuletzt Eingestellte zuerst erscheint, füge ich die Beiträge hier so aneinander, dass sie von oben nach unten gelesen werden können.

Als Vorrede noch eine Bemerkung: ich nehme hier häufig gegenüber früher von mir selbst vertretenen Standpunkten die Rolle des Advocatus Diaboli ein, auch wenn die Kritiken scheinbar andere treffen. Wenn ich bestimmte Standpunkte in Frage stelle, so sind das meist Überlegungen, die mir zumindest auch schon gekommen sind, die ich aber als zu einseitig oder in der Konsequenz doch als fragwürdig empfinde.

Es gibt folgende Beiträge: