An der Universität Jena fanden nach 1990 mehrmals sog. „Alternativ-Unis“ statt. Nach der Durchsetzung der Bachelor-Master-Studien war dazu dann einige Jahre lang keine Kraft mehr vorhanden. Aber jetzt gibt es wieder so etwas Ähnliches: Die Alternativen Orientierungstage (ALOTA).

Ich werde heute nachmittag einen Workshop zum Thema „Welches Wissen brauchen wir?“ mit gestalten. Dabei fiel mir wieder einmal die klassische Rede von Schiller hier in Jena aus dem Jahr 1789 ein.

Er unterscheidet da zwischen den Brotgelehrten und den philosophischen Köpfen. Das liest sich immer wieder gut…

„Wo der Brodgelehrte trennt, vereinigt der philosophische Geist. Früher hat er sich überzeugt, daß im Gebiete des Verstandes, wie in der Sinnenwelt, alles in einander greife, und sein reger Trieb nach Uebereinstimmung kann sich mit Bruchstücken nicht begnügen. […]schiller
Neue Entdeckungen im Kreise seiner Thätigkeit, die den Brodgelehrten niederschlagen, entzücken den philosophischen Geist.“
„Zu allem was der Brodgelehrte unternimmt, muß er Reiz und Aufmunterung von aussen her borgen: der philosophische Geist findet in seinem Gegenstand, in seinem Fleiße selbst, Reiz und Belohnung. […]
Nicht was er treibt, sondern wie er das, was er treibt, behandelt, unterscheidet den philosophischen Geist.“

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Im Gegenzug zur Bereitstellung meiner Gedanken für die „Fragend-Voran-Hefte“ fand ich in den anderen Zuarbeiten dazu einen ganz herrlichen Text, den ich immer dann zu lesen vorschlage, wenn ich keinen neuen Blogbeitrag habe… 😉


Wir sind Wissenschaftler_Innen.
Wir bloggen nicht. Wir twittern nicht. Wir nehmen uns Zeit. (mehr …)

Der folgende Text entstand schon vor einigen Jahren für eine „Alternative Uni“ in Jena. Ich stelle ihn jetzt online, weil wir uns in unserem „Fragend-Voran-Heft“ zum Thema Technik darauf beziehen… Er steht unter dem Titel:

Studierst du noch – oder begreifst du schon?
Von Kritik der Wissenschaft und Kritischer Wissenschaft

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Ich komme aus Jena, wo einst Friedrich Schiller in seiner Antrittsrede fragte: „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“ Er unterschied bereits damals zwischen den sogenannten Brotgelehrten, denen es nur um kleinliche Ruhmsucht und Belohnung von außen geht und den sogenannten Philosophischen Köpfen, die sich wirklich für ihren Gegenstand interessieren.

Im Jahr 2004 konstatierte der Philosoph Frieder-Otto Wolf, dass es keine inhaltliche Wissen-schaftskritik mehr gäbe.
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fetisch2

Den Text zum Fetisch für die Produzenten hatte ich kaum fertig, als ich noch etwas las, was mich zu einer Ergänzung an dieser Stelle bringt. Diese gehört systematisch auch nicht direkt hinter das Ware-Wert-Kapitel bei Marx, sondern sie lässt sich erst nach der Erklärung des Kapitals ableiten. Aber inhaltlich hat es was mit den hier genannten Verkehrungen zu tun.

Eine wichtige Eigenart der kapitalistischen Produktionsweise ist die Tatsache, dass alle Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit als Produktivkräfte des Kapitals erscheinen (MEW 26.1: 365).
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Nun kommt die Botschaft auch in Jena an: Die Freidenker organisieren eine Veranstalter mit dem Kritiker der neuen Experimente am Forschungszentrum CERN, Prof. Rössler, in Jena (24.11.08, 19 Uhr Carl Zeiss Str. 3, HS 5). Schon vor Wochen bat mich ein Freund, eine Unterschriftenliste mit der Forderung nach einem Forschungsmoratorium zu unterschreiben.
Schwarzes Loch

Er behauptete, das CERN hätte gar nicht untersucht, welche Gefahren vielleicht von dem neuen Large Hadron Collider (LHC) ausgehen. Bereits nach einer kurzen Google-Recherche konnte ich das verneinen. Es gibt durchaus ausführliche Studien dazu. Es gibt nun auch Studien von Prof. Rössler, der behauptet, bisher umsonst auf eine Widerlegung seiner Arbeiten, mit denen er vor der Durchführung der geplanten Experimente warnt, zu warten.
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