Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


4.3.1 Abstrakter und konkreter Begriff

Der „Begriff des/vom Menschen“ (S&M: 119, 123) ist ein wesentlicher Baustein für die Entwicklung der sog. Kategorialen Utopie. Ein „Begriff“ ist für die Autoren eine „Verdichtung theoretischer Überlegungen“ (ebd.: 22). Theorien können nun unterschiedliche Gegenstandsbereiche haben und für jeden dieser Gegenstandsbereiche gibt es entsprechende Begriffe. Theorien von Menschen gibt es z.B. auf einer allgemein-überhistorisch-anthropologischen Ebene. Da der Begriff einer Sache „das in ihr selbst Allgemeine“ (Hegel HW 5: 26) ist, besteht der Begriff „des Menschen“ in dem, was allen Menschen gemeinsam ist, was sie aber auch gegenüber allen anderen Tieren auszeichnet, was das konkrete Besondere der Menschen gegenüber der Tierwelt ist. (mehr …)

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Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“. (Version 1.8, seit 25.10.18)


Wie schon oben geschrieben, ergab sich aus den Problemen der Diskussion über Konzepte für eine nachkapitalistische Gesellschaft die Idee, die Diskurse zur angestrebten Gesellschaftsform und des Weges dahin erst einmal zu trennen, also zuerst einen Utopiediskurs zu führen und erst nach Klärung der Ziele den Aufhebungsdiskurs (S&M: 93). Die Behandlung der Transformationsfrage macht demnach erst Sinn, wenn geklärt ist, wohin die Transformation führen soll, was ihr Ziel sein könnte. Wenn die Zielvorstellung einen zu engen Horizont hat, werden auch die Transformationsschritte zu kurz ausfallen. Die Autoren sind der Ansicht, dass eine zu starke Nähe zu den konkreten Bedingungen verhindert oder erschwert, genügend große Veränderungsschritte zu planen. (mehr …)

Dieser Text gehört zum Projekt „Über Utopie und Transformation neu nachdenken“.


Ein Buch zur rechten Zeit: In dieser Zeit des Aufschwungs der „rechten“ Bewegungen wird der Gedanke ernst genommen, dass es so wie bisher nicht weiter geht. Damit es nicht nur in die rechte Richtung weiter geht, werden dringend links-alternative Ziel- und Wegbeschreibungen gesucht. Dass der Kapitalismus aufgehoben werden soll, ist so sicher, dass es nicht einmal begründet werden muss im Buch von Simon Sutterlütti und Stefan Meretz (im folgenden abgekürzt als S&M) mit dem Titel: „Kapitalismus aufheben“. Im Wort „Aufheben“ steckt die Dreieinigkeit, einen Zustand zu beenden, aber gleichzeitig auch etwas zu bewahren und auf diese Weise hin-auf zu heben. Das heißt für den Übergang von der kapitalistischen Welt hin zu einer besseren, und wenigstens gedanklich sogar der bestmöglichen aller menschlichen Welten, dass „es beispielsweise den Verwertungszwang abzuschaffen [gilt], bestimmte Produktionsverfahren zu bewahren und die globale Verfügung über unsere Lebensbedingungen qualitativ so zu gestalten, dass niemand mehr herausfällt.“ (S&M: 9)
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Als ich aus dem Urlaub zurück kam, gab es zwei Postsendungen mit je einem Buch, in dem gerade Beiträge von mir erschienen sind. Leider kann ich die nicht online stellen. Aber nennen möchte ich sie wenigstens:

„Das Geld als Alien. Postmonetäres in der utopischen Literatur und Science-Fiction“ in: Projektgruppe „Gesellschaft nach dem Geld“: Postmonetär denken. Eröffnung eines Dialogs. Wiesbaden: Springer VS 2018. S. 213-234.
„Hegels implizite Ontologie. Das Durchscheinen der Welt in Hegels Kategorialentwicklung.“ In: Rainer E. Zimmermann (Hrsg.): Ontologische Probleme der Grundlegung nach Schelling und Bloch. Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2018. S. 97-114.

 

Zum zuerst genannten Text gibt es aber wenigstens einige Blogtexte von mir:

In diesen Texten wird ausführlicher auf die einzelnen Texte eingegangen als in der eben genannten zusammenfassenden Veröffentlichung. Ich wollte diese Liste noch weiter bearbeiten, um mehr von dem, was mich beim Lesen so interessierte, zu beschreiben. Aber leider blieb mir dazu nie Zeit…

Hier gibts noch:

In meinem Text „Wie weiter nach radikal ent-täuschten Hoffnungen?“ stellte ich die Frage, welche Bedingungen der Weg hin in die gewünschte mögliche Zukunft braucht.

Hilmar und Albert aus Hamburg gaben aus ihrer gelebten Praxis (Umsonstladen, Tomatenretter) einige Antworten daraus, die ich hier gerne ergänze:


  1. Wenigstens ein Lebensbereich (Grundnahrungsmittel, Wohnen, Energie, Reparieren, Produktverteilung u.s.w.) wird selbstorganisiert betrieben und in eine praktische Verbindung mit seinem sozialen Umfeld gebracht zu Gruppen und Einzelnen, die sich auch auf einen Weg aus diesem kriselnden System gemacht haben.
  2. Wenn diese vielfältigen Ansätze, wie momentan, allerdings weitgehend unverbunden bleiben, wird nichts gesellschaftlich Bedeutsames entstehen. Es wird gezielt versucht, zumindest einen Teil von Produktion, Verteilung und Reproduktion der allgemein vorherrschenden Erwerbsarbeit zu entziehen.
  3. Es hat ein gruppenübergreifender Prozess der gemeinsamen Bestimmung der Grundsätze begonnen, an dem eine wachsende Anzahl der Beteiligten mitwirkt. (Das ist heute noch nicht der Fall.) Dabei wird darauf verzichtet, sich gegenseitig zu einem geschlossenen Weltbild zu nötigen. Es wird von der Vielfalt der Einzelnen und deren besonderen Weltbildern akzeptierend ausgegangen. Grundlegende, nicht sogleich lösbare Kontroversen können auch mit ihren verschiedenen Ansichten in die gemeinsamen Grundsätze eingebaut werden.
  4. Dem Hauptanliegen der jeweiligen Gruppe wird ein breiter, selbstorganisierter Bildungsprozess hinzugefügt: Sport, Kunst, Musik, Entspannung und Spaß, Heilwissen Kräuter ..) haben dort neben allen gewünschten Wissensthemen ihren Platz.
  5. Es wird sich darin geübt, in den notwendigerweise in den Gruppen aufbrechenden Konflikten einen liebevollen, lösungsorientierten Umgang zu finden.
  6. Ein grundlegend friedliches, lernend offenes, respektvolles Verhältnis zu der uns umgebenden Natur, die nicht mehr einseitig nach unseren Zielsetzungen ausgerichtet werden soll, wollen wir Schritt für Schritt verwirklichen.
  7. Lernend aus bisherigen linken Parteien und Bewegungen wird versucht, einen inneren bunten Pluralismus zu fördern und die Einflussnahme von möglichst vielen Einzelnen auf Gemeinschaft und Gesellschaft zu fördern und zuzulassen: Wir üben uns in einem Verzicht auf (manchmal gedankenlose) Machtausübung und autoritäres Verhalten. Bestätigungen und Zuneigung geben wir uns gegenseitig, sodass ein zunächst vielleicht unstillbarer Anteil davon sich durch diese Erfüllung beruhigen und unser Angstpotential zurückgehen kann.
  8. Ein solcher Anfang ist hier und da gemacht. Aber nur wenn sich eine bewusst gelebte Menschlichkeit ausbreiten kann, wächst die Chance auf diesem Planeten dauerhaft zu überleben und zu leben.

Vom 20.-22. Oktober 2017 nahm ich an der Tagung „Der Zukunft auf der Spur“ – Transformation aus der Perspektive Ernst Blochs in Berlin teil und hielt dort folgenden Vortrag (hier schriftliche Version 1.2).


… der Zukunft auf der Spur…

„Zukunft“ klingt immer noch wie etwas Gutes. Aber so wie das Erdbeben von Lissabon einst die Theodizee in Frage stellte und nach Auschwitz auch Gedichte nicht mehr unschuldig sind – so wird der Klima-Umbruch der nächsten Jahrzehnte alles alte Denken über die Zukunft erschüttern und neue Fragen aufwerfen…
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Die folgenden Texte sind eine Antwort auf den Kommentar von Simon in diesem Blog. Diese Antwort untergliedert sich in mehrere Schwerpunkte, für die ich jeweils einen Blogbeitrag einstelle. Da in einem Blog jeweils das zuletzt Eingestellte zuerst erscheint, füge ich die Beiträge hier so aneinander, dass sie von oben nach unten gelesen werden können.

Als Vorrede noch eine Bemerkung: ich nehme hier häufig gegenüber früher von mir selbst vertretenen Standpunkten die Rolle des Advocatus Diaboli ein, auch wenn die Kritiken scheinbar andere treffen. Wenn ich bestimmte Standpunkte in Frage stelle, so sind das meist Überlegungen, die mir zumindest auch schon gekommen sind, die ich aber als zu einseitig oder in der Konsequenz doch als fragwürdig empfinde.

Es gibt folgende Beiträge: