Die folgenden Texte sind eine Antwort auf den Kommentar von Simon in diesem Blog. Diese Antwort untergliedert sich in mehrere Schwerpunkte, für die ich jeweils einen Blogbeitrag einstelle. Da in einem Blog jeweils das zuletzt Eingestellte zuerst erscheint, füge ich die Beiträge hier so aneinander, dass sie von oben nach unten gelesen werden können.

Als Vorrede noch eine Bemerkung: ich nehme hier häufig gegenüber früher von mir selbst vertretenen Standpunkten die Rolle des Advocatus Diaboli ein, auch wenn die Kritiken scheinbar andere treffen. Wenn ich bestimmte Standpunkte in Frage stelle, so sind das meist Überlegungen, die mir zumindest auch schon gekommen sind, die ich aber als zu einseitig oder in der Konsequenz doch als fragwürdig empfinde.

Es gibt folgende Beiträge:

Was, Ihr kennt die beste Fernsehserie namens „Starfarers“ auch nicht? Dann geht es Euch wie den Anwesenden einer SF Convention, bei der (schon vor einigen Jahrzehnten) wieder einmal über die schlechte Qualität der SF-Serien gejammert wurde. Nur eine SF-Autorin widersprach. „Ja kennt Ihr denn nicht „Starfarers“? Die Serie, die eigentlich erst beginnt, als das Raumfahrtprogramm beendet ist und das bereits vorbereitete Sternenschiff „Starfarers“ der militärischen Erdüberwachung zugeteilt werden soll. Die Serie, die zeigt, was geschieht, als deren Besatzung sich einfach ohne Genehmigung (und ausreichende Vorbereitung) auf den Weg zu den Sternen macht…“

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hamsterrad 1

Ich lese grad in einem Büchlein folgenden Absatz:

„Wir funktionieren wie am nicht enden wollenden Fließband, drehen unsere Runden, immer wieder, solange nichts passiert. […] Das kann doch nicht das ganze Leben sein!

 

Nein, ist es auch nicht. Es ist die Absicherung uns elementar scheinender Lebensregelungen. Diese Elemente alltäglicher Lebensführung – die übrigens auch den Arbeitsalltag vieler strukturieren – halten uns den Rücken frei. Wofür? Für das Leben, für das „eigentliche“ Leben – für Sinn, Perspektive, Glück und Liebe. Aber wo finden wir das „Eigentliche“?“ (Bader 2016: 95)

Hamsterrad 2
Kann das wirklich nicht das ganze Leben sein? Gibt es für alle Menschen noch so etwas wie das „Eigentliche“? Gibt es das für Dich, für Sie? Wie ist es aushaltar, dass das Hamsterrad alle Kräfte schlaucht und immer weniger für das „Eigentliche“ übrig bleibt? Lässt es sich zusammenbringen?

utopia_farbig
Schon in der begriffsprägenden Geschichte „Utopia“ von Thomas Morus können die „Utopier“ auf Geld verzichten. Denn das Geld bringt nur Übel in die Welt:

„Denn wer sieht nicht, daß Betrug, Diebstahl, Raub, Streit, Aufruhr, Zank, Aufstand, Mord, Verrat und Giftmischerei […] mit der Beseitigung des Geldes alle zusammen absterben müssen und daß überdies auch Furcht, Kummer, Sorgen, Plagen und Nachtwachen in demselben Augenblick wie das Geld verschwinden müßten? Ja, selbst die Armut, deren einziges Übel doch im Geldmangel zu liegen scheint, würde sogleich abnehmen, wenn man das Geld künftig überhaupt beseitigte.“

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backup
Ich fragte vorgestern nach Science Fiction Romanen, in denen eine Gesellschaft ohne Geld vorgestellt wird. Einer davon ist „Backup“ von Cory Doctorow. Sein Anti-Held Julius „lebte lange genug, um in den Genuss der Unsterblichkeit zu gelangen“, denn durch ein ständig erneuertes Backup des Gedächtnisinhalts kann jede Person nach dem Sterben ihres aktuellen Körpers in einem neuen Klonkörper wieder „auferstehen“. Julius erwischt es auch bald, er wird erschossen und findet sich in den Konkurrenzkampf zweier Fahrgeschäfte in Disneyworld verwickelt, in dem er bald selbst eine unschöne Rolle spielt. (mehr …)

Ich habe diese Frage tatsächlich ernsthaft gestellt. Ich wachte eines Morgens aus einem Traum auf, bei dem der morgige Tag schon vergangen war und ich am Tag vorher jemanden nach diesem Tag fragte. Das bezog sich aufs Wetter: Ich hatte schon erlebt, dass morgen die Sonne scheinen würde und bei der Planung des Fahrradausflugs am Tag zuvor erinnerte ich mich daran und wusste, dass wir auf Regenschutz verzichten können…


Beim Gang über den Flur nach diesem Aufwachen zuckte mir durch den Kopf, dass mir genau dasselbe gerade auch in einer anderen Beziehung passiert. Ich hab mal gewusst, wie das Morgen sein würde: eine Zukunft in Frieden, Kommunismus und mit spannenden Reisen durchs Weltall. Bei uns hieß das Genre, in dem der „Vor-Schein“ dieser Zukunft sich zeigt, meist nicht „Science Fiction“, sondern „Utopische Literatur“. (mehr …)

In einer schon lange zusammen arbeitenden Diskussionsgruppe kam es letztens zu starken Differenzen über das Thema: Wie halten wirs mit Hegels Dialektik bei geschichtlichen Fragen?
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