Berichte


Kampf und Logik
Klassenkampf reloaded

– ein von der Zeitschrift “Streifzüge” abgelehnter Text –

„Ein Blick ins Buch hinein, und zwei ins Leben,
das mag die rechte Form dem Geiste geben…“ (Goethe)

„Lesen, bis der Kommunismus kommt“

Wir haben uns in einer kleinen Lesegruppe in Jena nach 7 Jahren nun endlich durch alle drei Bände des „Kapital“ von Marx hindurchgefressen. Einige von uns wurden in dieser Zeit Großeltern, andere Eltern. Generationen schon suchen im „Kapital“ Antworten auf die Fragen ihrer Zeit. Auch wir erweitern die Fraktion derer, die „lesen, bis der Kommunismus kommt“ (Sprügel 2014). Aber wie soll das je geschehen, wenn der Kapitalismus sich durch die Geschichte wälzt, wie die Rolle eines Schneemanns, der alles, was ihm in den Weg kommt, einfach nur integriert und dabei fetter und stärker wird?

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Weihnachten, das Fest des Friedens, des Lichts… für manche auch die Feier von Christi Geburt.
Ändert sich dadurch irgend was? Öffnen sich Herzen, wenn schon der Verstand immer öfter “zu” macht?

Wer weiß…

Ich habe jedenfalls ein Buch geschenkt bekommen, das ich gleich an einem Abend durchgeschmökert habe:

“GEHEN, GING, GEGANGEN”
von Jenny Erpenbeck

In Berlin kommt man sicher öfter an verschiedensten Protestgruppen vorbei und ich selber bin da auch schon einfach vorbei gegangen. Aber wenn man ein gerade frisch emeretierter Professor ist, hat man eher einen freien Kopf und viel Zeit, dass da was hängenbleibt. Bei Richard in Jenny Erpenbecks Buch führt das zu dem Versuch, sich den Menschen, die wochenlang auf dem Orianienplatz für ihr Bleiberecht kämpften, zu nähern. Er besucht sie, stellt ihnen Fragen und muss ihnen die Worte fast abringen. So nach und nach taucht er in ihre Welt, eine Welt, vor der wir uns schützen durch Desinteresse, Gesetze und letztendlich Polizeieinsätze.

Richard, der Unterstützer, muss das Hin und Her der ungesicherten Existenzen miterleben. Und er erlebt den Polizeiaufmarsch bei der Umsiedlung der Freunde von einem Heim in ein anderes.

“Was in der Welt wächst und fließt, reicht längst schon für alle, und dennoch findet hier, das sieht Richard an den zwanzig Mannschaftswagen, offenbar ein Überlebenskampf statt. Sollte die Polizie hier tatsächlich für diejenigen Deutschen im Einsatz sein, die so arm sind, dass sie zum Fest nur gestohlene Gänsebraten auftischen können? Eher doch nicht, denkt Richard, denn sonst hätte er längst schon vor der oder jener Bankfiliale 20 Mannschaftswagen sehen müssen und Polizisten in voller Montur, um die Manager, die Milliarden veruntreut haben, herauszutragen. Ja, denkt er, was hier vor sich geht, sieht wie Theater aus, und es ist auch Theater – ist eine künstliche Front, die eine andere, wirklich existierende Front verdeckt.”

Leider können einige Menschen nach dem Theaterbesuch nicht in ihr gemütliches Heim zurückkehren, viele vom Oranienburger Platz müssen sich, nachdem sie abgeschoben werden sollen, auch innerhalb Deutschlands verstecken.

Zuflucht

Dieser Roman lässt sich nicht einfach ins Bücherregal abstellen. Die letzte Seite endet mit dem Abdruck des Spendenkontos des Kirchenkreises Berlin Stadtmitte.

Die Flüchtlinge können nicht warten, bis wir unsere theoretisch-abstrakten Debatten gepflegt zu Ende gebracht haben, sie können auch nicht warten, bis es auf der Erde andere als kapitalistische Verhältnisse gibt. Manches geht einfach vor… zu Weihnachten und anderswann.

Streifzuege 65

Einer der Texte, die ich zuerst nur für den Blog aufarbeiten wollte, und der sich dann immer weiter entwickelt hat, ist jetzt in der Zeitschrift “Streifzüge” gedruckt erschienen.

Gleichzeitig erschien er im Internetportal “Linksnet”.

Wie der Titel dieses Beitrags war eine Informationsveranstaltung betitelt, die diese Woche in Jena stattfand. Eingeladen hatte das Europäische Informations-Zentrum in der Thüringer Staatskanzlei. Auf dem Aufsteller neben dem Rednerpult stand der Slogan „Reden Sie mit!“.

Erderwärmung (mehr…)


„Ich war ein Träumer, und Bücher waren für mich das Sprungbrett meiner Träume“ – so kennzeichnet er sich. Die Bücherwelt ist „ein Ort fernab vom Alltagstrott…, ein Ort, wo Träume und Phantasien zu Hause sind“. Das Lesen in seiner Funktion als Flucht vor der grauen Wirklichkeit wird auch Eskapismus genannt. Irgendetwas muss jemanden, der freiwillig liest und seine Zeit damit verbringt, statt draußen rumzutoben oder was andres zu tun, ja dazu bewegen, das Buch der Wirklichkeit vorzuziehen. Lesen ist deshalb auch „ein Urteilsspruch. Es brandmarkt die Denk- und Wertungsschemata, die das alltägliche Leben beherrschen, als unzulänglich.“
Lesen

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Zu den Themen, die wir als Zukunftswerkstatt Jena derzeit für unser neues INFO 2015 bearbeiten, gehört das Thema “Anthropozän und Planetare Grenzen”, die den Problemhorizont, vor dem die Menschheit steht, beleuchten. Dazu gibts jetzt neben den Texten auch ein Poster und eine Präsentation:


Poster
Poster Anthropozän und Planetare Grenzen

PräsentationPräsentation Anthropozän und Planetare Grenzen


Erläuterungen in Textform gibt es bereits (Teil 1, Teil 2).

Wer sich darüber informieren oder gar mitmachen möchte, kann sich in unserem Wiki darüber informieren.

Vor einigen Tagen erinnerte mich ein Fernsehbericht daran, dass ich mir schon längst ein Buch besorgen wollte, das die Erziehungspraxis in deutschen Haushalten wohl jahrzehntelang schwer beeinträchtigte. Es geht um Johanna Haarers „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ aus dem Jahr 1933. Es kann wahrscheinlich helfen, Konflikte und Leiden aufzuklären, die mit Gefühlskälte und verdrängten und unbefriedigten Bedürfnissen zusammenhängen. Die letzte Tochter, Gertrud Haarer, hat nun ein Buch vorgelegt: „Die deutsche Mutter und ihr letztes Kind“. (mehr…)

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