Da gerade in mehreren Diskussionsrunden die hoffentlich mögliche Transformation in neue gesellschaftliche Zustände, die dann gleichermaßen human und ökologisch verträglich sind, diskutiert werden, habe ich Ausschnitte aus meinen beiden ersten Büchern online gestellt, die dazu passen.

Zuerst habe ich geschaut, wie sich in der Natur, also in der kosmischen und der Evolution der Lebewesen,  Qualitäts“sprünge“ ereignen, wie also grundlegend Neues entsteht. Ich wollte damals so was wie eine neue „Dialektik der Natur“ daraus entwickeln, wobei die neuen Erkenntnisse aus den Selbstorganisationskonzepten einbezogen werden sollten.  Aus dem Wissen über die Evolution in der Natur konnte ich dann so etwas wie „Evolutionsprinzipien“ ablesen. Darum geht es in dem Ausschnitt des Buches: „Daß nichts bleibt, wie es ist… Philosophie der selbstorganisierten Entwicklung. Band I: Kosmos und Leben“.

Im zweiten Band geht es um Gesellschaft. Allerdings (damals noch) nicht, wie es logischerweise zu erwarten wäre, um eine entsprechende Analyse geschichtlicher Entwicklungen, sondern „nur“ ganz allgemein um Erkenntnisse zu einer Gesellschaftstheorie, wie sie mir nach dem Ende des Realsozialismus nach 1990 wichtig erschienen. Zu Konzepten einer trotz alledem noch anstehenden Revolution/Transformation steht auch einiges darin, was ich als Auschnitt aus dem Buch „Daß nichts bleibt, wie es ist… Philosophie der selbstorganisierten Entwicklung. Band II: Möglichkeiten menschlicher Zukünfte“ ebenfalls online gestellt habe.

 

Dies ist die erweiterte Form meines Beitrags aus den Marxistischen Blättern 05_209:


Langform der Veröffentlichung in Marxistische Blätter 05_209:

Dialektik als Logik welcher Entwicklung?

Richard Sorg hat in der Nummer 4_2018 der „Marxistischen Blätter“ die Frage gestellt, ob es einen „Unterschied zwischen einer ‚idealistischen’ (Hegel) und einer ‚materialistischen’ Dialektik (Marx und Engels)“ gibt. Seine Ausführungen zeigen, dass der Unterschied nicht so groß ist, wie er häufig angenommen wurde und wird. Er verweist auf den „impliziten Materialismus“[1] (Sorg 2018: 107) bei Hegel. Trotzdem gibt es natürlich Unterschiede in der Art und Weise, wie Hegel in verschiedenen Themenkomplexen vorging und wie Marx und Engels daran herangingen. Richard Sorg skizzierte das unterschiedliche Vorgehen. Ich möchte diese Themenstellung noch ein wenig weiter führen, indem ich problematisiere, dass die Dialektik als Entwicklung sich insbesondere bei Hegel i.a. nicht auf zeitliche Veränderungen bezieht, sondern ) logisch-strukturell (bzw. logisch-systematisch) auf den „Gesamtzusammenhang“ (MEW 20, DN: 307 bezogen ist und sich von einer logisch-zeitlich (bzw. logisch-historisch) verstandenen Dialektik unterscheidet[2]. Diese Unterscheidung darf nicht verloren gehen, weil sonst viele Stellen bei Hegel und Marx falsch verstanden werden und das eigene dialektische Denken fehlgeleitet werden könnte. (mehr …)

Auf diese Seite kommt im September die lange Version meines Artikels für die Marxistischen Blätter…

Die Folien zu meinem Workshop auf der Ferienuni Kritische Psychologie sind jetzt auf  Slideshare online:

In der online gestellten Version sind deutlich mehr Folien enthalten, als ich im Workshop verwendet habe, es ist also eine Erweiterung und Vertiefung.

Viel Spaß und interessante Erkenntnisse damit…

Wer zu den Fragen auf S. 37, 39, 48 und 50 was sagen möchte, kann das auch in den Kommentaren hier tun.

Rezension von Annette Schlemm zu:
Sorg, Richard (2018): Dialektisch Denken. Köln: PapyRossa Verlag


Dialektisches Denken zielt aufs Ganze – aber es ist so gut wie unbekannt im Alltagsdenken und es ist marginal geworden in der Universitätsphilosophie wie auch in gesellschaftskritischen Kreisen. Zwar wurden auch postmoderne Denkweisen nicht gerade richtungsweisend, aber man muss wohl konstatieren, dass die Tradition des einigermaßen geschulten dialektischen Denkens in linken Debatten abgerissen ist.

Umso wichtiger ist ein Buch, das wichtige Traditionen des dialektischen Denkens in die Erinnerung zurückruft und als Einstiegshilfe in diese Thematik dienen kann. Mit dem Titel „Dialektisch Denken“ verweist der Autor, der Soziologe Richard Sorg, auf die Tatsache, dass man die Dialektik nicht wie ein erledigtes Ding in der Tasche tragen kann, sondern dass sie sich jeweils nur im konkreten Denken realisieren kann. Dies zeigte er schon in früheren Arbeiten z.B. über das dialektische Denken in der Sozialen Arbeit. Dass dialektisches Denken not täte, zeigt Sorg auch mit Verweisen auf derzeitige Umbrüche in den Produktivkräften, auf gravierende ökologische Probleme, sich vertiefende soziale Spaltungen zwischen arm und reich und ebenso zwischen den Geschlechtern (S. 9). All diese Probleme sind nicht mehr unter den Tisch zu kehren und führen verbreitet zu „populistischen“ Verarbeitungsformen. Wie kann eine Welt voller Widersprüche gedacht werden, ohne in diese Falle zu tappen? Zum dialektischen Denken gibt es hier keine Alternative. Sie stellt nach Sorg eine „Grundorientierung“ dar, „die eine bestimmte Sichtweise auf die Welt“ (S. 11) prägt. Angesichts der komplexen Problemlagen gilt es, komplexe Zusammenhänge zu begreifen und hinter der Oberfläche Wesentliches zu erfassen. (mehr …)

Grenzen der Dialektik

Dialektik hat bei jenen, die unverdrossen nach einer Alternative zum globalen Kapitalismus suchen, immer noch einen guten Klang. Es rettet uns kein höhres Wesen, kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun – aber vielleicht die Dialektik? Im traditionellen Marxismus wurde die Dialektik als allgemeine Methode der Philosophie der Siegesgewissheit überhöht. Kann sie heute wenigstens eine Philosophie der Hoffnung tragen? Alles fließt, alles entwickelt sich – also wird auch das heute Schlechte überwunden werden, wir müssen nur den dialektischen Gang der Geschichte verstehen und dementsprechend handeln. So einfach war das einmal – ist es aber wohl doch nicht mehr.
(mehr …)

Die Ferienuni „Kritische Psychologie“ rief und über 800 Menschen meldeten sich an. Die Räumlichkeiten in der Alice Salomon Hochschule boten nicht so viel Platz wie die Freie Universität bei den letzten Ferienunis. Aber es war viel los.
fu-2016-4

Es fanden täglich echte einführende Veranstaltungen in Holzkamps „Grundlegung der Psychologie“ entlang der auch online vorhandenen Einführung von Stefan Meretz statt. Andere Vorträge befassten sich mit philosophischen Grundlagen oder dem Verhältnis zum Marxismus und dessen neueren Entwicklungen. Im Programm gab es auch für die PraktikerInnen viel Raum. Das betraf vor allem die vielfältige Berufspraxis von PsychologInnen. Neu war der Versuch, die Praxis der Kollektiven Selbstverständigung auf der Ferienuni zu beleben und auch durchzuführen. Hier wird der Anspruch der Kritischen Psychologie, Begriffe „für Menschen zur Klärung/Verallgemeinerung je meiner Welt- und Selbsterfahrung“ (Holzkamp) bereitzustellen, ernst genommen. (mehr …)

Ich bin wieder in Berlin bei der Ferienuni Kritische Psychologie. Diese findet vom 13.-17.September 2016 an der Alice Salomon-Hochschule in Berlin statt.

Ferienuni 2016
Bei meinem Vortrag geht es um die Dialektik bei der Begründung der Kategorien der Kritischen Psychologie durch Klaus Holzkamp.

Er findet am 14.09.2016 von 10.00 bis 12.00 Uhr statt.
(Ankündigung der Veranstaltung)

Ich beteilige mich auch an der Führung und Auswertung von Gesprächen der Kollektiven Selbstverständigung. Ich war ja bei der vorigen Ferienuni (2014) etwas traurig gewesen, weil meine Versuche, Interesse an der Weiterentwicklung der Sozialen Selbstverständigungs-Praxen zu finden, auf nicht viel Resonanz gestoßen war (siehe meine damalige Sicht darauf). Aber siehe da… es gab dann von mir unabhängig mehrere Ansätze dazu, die sich schließlich im diesjährigen Treffen in Hiddinghausen fokussierten. Dieser Schwung wird nun auch in die Ferienuni mitgenommen und ich bin gespannt, was wir hier erleben und gestalten können…

Am vergangenen Wochenende war ich wieder einmal in Berlin und nahm an der Hans-Heinz-Holz-Tagung 2015 teil. Sie wurde veranstaltet von der Salzburger Gesellschaft für dialektische Philosophie und der DKP und fand im Marx-Engels-Zentrum in Berlin statt, das ich noch gar nicht kannte.

Hegel_Marx_Holz
(mehr …)

Holzkamp als Vertreter der „logisch-historischen“ Interpretationslinie

Holzkamp

Gleich zu Beginn der systematischen Entwicklung der Kritischen Psychologie beteiligte sich Klaus Holzkamp an der streitbaren Debatte über die logisch-historische versus logisch-systematische Lesart des „Kapitals“. Er nahm Stellung gegenüber Joachim Bischoff, der 1973 ein Buch zugunsten der logisch-systematischen Lesart veröffentlicht hatte (Bischoff 1973). Holzkamp argumentierte gegen Bischoffs Ansicht, das Historische habe keine konstitutive Funktion im Begründungszusammenhang der Kritik der Politischen Ökonomie. (Holzkamp 1974: 7)

Er folgt dabei der von Engels vorgezeichneten logisch-historischen Interpretationslinie. Die Herleitung der Geldform gilt für ihn als „Rekonstruktion der Stufen ihrer historischen Ge-wordenheit“ (Holzkamp 1974: 31). „Entwicklung“ bedeute hier „keine logische Gedankenentwicklung, sondern die wirkliche Entwicklung des materiellen gesellschaftlichen Lebensprozesses“ (ebd.)
(mehr …)