Die Welt zu zerstören muss für die Verursacher so weh tun, dass sie es lassen.

Die Zeit für zaghafte Experimente ist vorbei. Wir brauchen einen radikalen Schnitt.

Ein Vierteljahrhundert lang wurde herumprobiert, doch weder Nachhaltigkeitsappelle noch ein marktgängiger Emissionshandel oder der Kuhhandel mit sog. „Clean Development Mechanismen“ brachten wirklich viel für die Umwelt und die Senkung der Treibhausgase. Lediglich der Abbau und Umbau der früher realsozialistischen Industrien bewirkten als ungewollter Nebeneffekt etwas. Ebenso wie bei den bisherigen Wärmedämmungen, Heizungssanierungen usw. waren das aber nur die niedrig hängenden Früchte, und sie reichten längst nicht aus, um wirklich „in den Knick“ zu kommen hin zu einer deutlichen Senkung der jährlichen Treibhausgasemissionen der hochindustriellen Nationen.

Inzwischen ist es ohne die Einbeziehung von Kernkraft und das Versprechen einer später vielleicht funktionierenden technische Entfernung von CO2 („Negativemissionen“) zu spät für eine Bremsung der globalen durchschnittlichen Temperaturerhöhung auf unter 1,5 Grad. Wenn jetzt wieder nur ein wenig herumgespielt wird an den Mechanismen der Wirtschaft, so dass unter dem Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ kein wirkliches abruptes Umsteuern erfolgt, so geht noch mehr Zeit verloren.

Die Maßnahmen dürfen nicht so lasch sein, dass es wieder keiner merkt. Die Welt zu zerstören muss für die Verursacher so weh tun, dass sie es lassen.

 
Deshalb müssen mindestens folgende Maßnahmen zur Minderung des und Anpassung an den Klima-Umbruch in Angriff genommen werden.

  1. Beenden aller Subventionen für fossile Energien und Industrieförderung ohne Nachweis der Klima-Verträglichkeit. Umlenkung der Mittel u.a. in 4.-6..

 

  1. Verbieten aller Werbung, außer Produktinfos über den (langlebigen und reparaturfreundlichen) Nutzen und die soziale sowie ökologische Verträglichkeit bzw. Schädlichkeit der Produkte in der Herstellung, im Gebrauch und danach.

 

  1. Genehmigung aller Produktionsvorhaben (wie bei der Zulassung von Medikamenten) erst nach Technik- und Produktions-Folgen-Analyse.

 

  1. Territoriale Neuordnung, so dass so viel wie möglich regional produziert wird und nur so viel wie unbedingt nötig an zentraleren Standorten (u.a. zur Reduktion von Transporten)

 

  1. Umbau der Infrastruktur hin zur Ermöglichung ökologisch verträglicher Energieversorgungssysteme, Mobilitätsinfrastruktur, ökologisch verträgliches Bauen und Wohnen

 

  1. Evaluierung aller Arbeitsplätze: Ist die Arbeit wirklich direkt oder indirekt notwendig zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse? Wenn nicht, werden die arbeitenden Menschen freigestellt für das, was sie „wirklich, wirklich tun“ möchten bzw. ermöglichen allen Menschen kürzere Arbeitszeiten (beides bei gerecht-gleicher Finanzierung der Bedürfnisbefriedigung, etwa durch ein bedingungsloses und bedürfnissicherndes „Existenzgeld“, solange es noch Geld gibt). Daraus folgt eine von unten sich selbst organisierende Neuverteilung der Arbeit nach Bedürfnissen und übrig bleibenden Erfordernissen.

 

  1. Neuordnung der Eigentumsverhältnisse: Sozialisierung aller lebenswichtigen Ressourcen und Produktionsstätten und Umstellung auf den Umgang mit ihnen als Commons.

Die ersten 5 Punkte wären schon im Kapitalismus möglich. 6. vielleicht auch. Da dann aber sowieso die Triebkräfte und Konkurrenzmechanismen des Kapitalismus außer Gefecht gesetzt sind, macht es keinen Sinn, dessen Eigentumsverhältnisse (Trennung der Menschen von ihren Lebensgrundlagen und Produktionsmitteln) weiter aufrecht zu erhalten.

Gegenüber dem, was ggf. ein autoritär werdender Kapitalismus uns zumuten wird, können diese Vorschläge als leicht erträglich bis wünschbar gelten.