Voriges Wochenende konnte ich mit freundlicher Unterstützung (von Manfred und Vera) glücklicherweise den Unbilden des Bahnstreikes trotzen und an der Tagung „Ernst Boch – „ein marxistischer Schelling“?“ der Ernst-Bloch-Assoziation in Nürnberg teilnehmen.

EBA_2014

Meine Vortragsvorbereitung war leider nicht ganz abgeschlossen. Das Thema, das ich mir vorgenommen hatte, war einfach zu umfangreich. Mich interessiert, wie die Philosophien von Schelling, Hegel und Bloch die Frage beantworten, woher der Impuls für die Entwicklung kommt. Warum entwickelt sich eigentlich alles in der Welt? Warum ist diese Entwicklung auch mit der Enstehung neuer Zustände verbunden? Was treibt sie an?

Mir war bei der Arbeit an meinen Beiträgen zum Bloch-Wörterbuch bewusst geworden, wie stark Ernst Bloch auf Schelling aufbaut. Das möchte ich nun in Bezug setzen zu dem, was ich über Hegel weiß.

Bei der Tagung wurde auch wieder häufig diskutiert, wie wir jeweils die Bezüge von Hegel und Schelling insbesondere zur Naturphilosophie sehen und wieder freute ich mich über die offensive, aber nichtsdestotrotz freundschaftliche Art des Disputs in der Ernst-Bloch-Assoziation. Über die Jahre hinweg beobachten wir untereinander auch das Einbeziehen der früher gehörten Gegenargumente.

Ich selbst hatte von dem, was ich in den letzten Wochen dazu vorbereitet habe, zuerst über 50 Powerpoint-Seiten herausextrahiert. Die habe ich vor dem Vortrag auf 26 Folien reduziert. Geschafft habe ich in ca. 40 Minuten dann gerade mal 16. Ich hatte schon zu Beginn angekündigt, dass ich nicht eine Zusammenfassung einer fertigen Ausarbeitung (oder gar einen vorlesebereiten Text) vorstellen kann, sondern eher einen Werkstattbericht geben möchte. Das hat mich dann dazu „verleitet“, viel von meinen Motivationen für bestimmte Fragestellungen und Überlegungen zu berichten, weswegen ich dann 2/3 des Vorbereiteten weggelassen habe. Glücklicherweise kann ich mir mittlerweile auch während des freien Sprechens überlegen, wie ich „die Kurve noch kriege“ und letztlich ist es ja besser, weniges gut rüber gebracht zu haben, als vieles nur schnell zu reden, ohne dass jemand mitkommt.

Ich habe sowieso vor, dieses Thema demnächst ausführlicher weiter zu bearbeiten. Das wird dann eigentlich mal wieder ein Buchprojekt, das nicht gedruckt werden wird…

hegel_Nürnberg

Wie immer ist leider zu wenig Zeit, den Tagungsort kennenzulernen. Doris nahm uns – schon im Dunklen – auf eine kleine, spezielle Stadtführung mit, die auch Hegels Spuren in Nürnberg folgte. Ich stand vor dem Gymnasium, an dem er Schulleiter war und erfuhr, dass erst er für die Schüler Toiletten einbauen ließ, damit diese nicht mehr bei Nachbarn wegen einer Klobenutzung betteln mussten. Und als er das Schulhaus weißen ließ und die Farbe nicht reichte, verzichtete er in seiner Dienstwohnung auf den Rest Farbe.

Zu Hegels Nürnberger Zeit hat es 2008 in Nürnberg eine Veranstaltungsreihe gegeben, für die eine nette Posterserie entwickelt worden ist… 😉

Heute nun, nach mehreren (Lohn-)Arbeitstagen, werde ich meine Unterlagen von dieser Tagung sortieren. Ich habe einige Hefte von historischen „Blättern der Ernst-Boch-Assoziation“ für meine Bibliothek mitnehmen können. Auch der neue „Vorschein“ zur letzten Tagung in Bochum wartet aufs Gelesen-Werden.

Trotzdem werde ich zuerst einmal die Blogbeiträge zum Thema „Dialektik in der Kritischen Psychologie“ fertig stellen.

Und heute habe ich nun endlich auch wieder die Ruhe und Muße für einige persönliche Mails und Briefe, die in den letzten Wochen leider zurück stehen mussten…

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